Arnoweg Tag 27 (23 Kilometer, 1.000 Höhenmeter, 10 Stunden):

Etappe 41: Josef-Mehrl-Hütte – Ramingstein

Der letzte Tag meiner 3-Tages-Wanderung von Muhr zur Neuen Bonner-Hütte, weiter über die Gaipahöhe zur Dr. Josef-Mehrl-Hütte und heute über Ramingstein nach Tamsweg sollte der Abschluss des Arnoweg-Abschnitts der Gras- und Nockberge werden. Mit den Mühen der vorigen zwei Tagen in den Beinen und zwei geplanten, langen Arnoweg-Etappen vor mir, machte ich mich frühmorgens auf den Weg.

Zunächst wanderte ich nordwärts einige hundert Meter zu einer hölzernen Kapelle, wo der Arnoweg Richtung Osten über die Asphaltstraße auf die andere Seite des Tals hinauf zur Klölingscharte (2.116 m) abbog.

Arnoweg: Panorama von der Klölingscharte Richtung Westen mit Mattehanshöhe und Zechner Höhe im Mittelpunkt

Arnoweg: Panorama von der Klölingscharte Richtung Westen mit Mattehanshöhe und Zechner Höhe im Mittelpunkt

Variante Kleiner Königstuhl direttissima

Von der Klölingscharte hat man laut offiziellem Arnowegführer die Option entweder nordwärts gut 200 Höhenmeter hinunter zur Karneralm (1.893 m) und dann wieder bergauf auf den Kleinen Königstuhl (2.254 m) zu gelangen. Oder man durchschreitet weglos die weite Mulde direkt von der Klölingscharte auf den Kleinen Königstuhl unter dem weiter östlich gelegenen Bärennock vorbei. Ich entschied mich für Zweiteres und tauschte einige Weg- und Höhenmeter gegen den dafür weglosen aber direkten Aufstieg auf den Kleinen Königstuhl.

Arnoweg: Panorama vom Gipfel des kleinen Königstuhl aus nordostwärts

Arnoweg: Panorama vom Gipfel des Kleinen Königstuhl aus nordostwärts

Vom Kleinen Königstuhl dem Gstoßhöhenweg folgend, überschritt ich bei dieser herrlichen Kammwanderung nach Osten hin die Gipfel des Feldernock (2.257 m) und Vordereck (2.133 m) bis hin zum nordöstlichen Windriegel (2.017 m). Die genaue Orientierung im weiteren Wegverlauf war mangels Markierungen nicht immer leicht. Ich entschied mich am Kamm oben zu bleiben und bei der Gstoßlacke vorbei zur Gstoßhöhe (1.890 m) zu wandern.

Der einsame Wurziweg

Von der Gstoßhöhe ging es an der Heinererhütte und etwas entfernt and der Baierlhütte vorbei über einen aufgelassen aber abkürzenden Weg hinunter zur verlassenen Mühlhauserhütte. Kurz danach zeigt ein neu aufgestellter Wegweiser den Wurziweg an. Der Wurziweg an sich war aber alles andere als gut betreut. Komplett eingewachsen und ohne jegliche weitere Wegmarkierung suchte ich mir durch das Dickicht meinen Abstieg ins Mislitztal zu den Gehöfen des Wurzi- und Ruppenbauer und weiter hinunter nach Ramingstein. Die Vorteile des verwahrlosten und kaum mehr begangenen Wurziweges waren die vielen Eierschwammerl, Parasol- und Steinpilze, die ich nicht stehen lassen konnte.

Etappe 42: Ramingstein – Tamsweg

Die folgenden 8 Kilometer von Ramingstein nach Tamsweg hatten es für mich noch einmal in sich. Diese Etappe allein wäre mit nur 2,5 Stunden Gehzeit im Arnowegführer beschrieben. Durch die vielen weglosen und daher anstrengenden bisherigen 6,5 Stunden ermüdet, benötigte ich noch einmal 3,5h Stunden von Ramingstein nach Tamsweg.

Unpassende Wegbeschreibungen durch Wildbachverbauungen

Zunächst ging es gemütlich beim Bahnhof in Ramingstein auf das nördliche Murufer entlang des Mur-Radwegs und nach ca. 700 Metern wieder zurück auf das südliche Ufer entlang der Hauptstraße nach Madling an einer Papierfabrik vorbei. Ich wanderte der Asphaltstraße entlang in den Weiler Tafern und oberhalb einer großen Wildbachverbauung weiter bergauf nach Keusching. Wohl der neu errichteten Wildbachverbauung geschuldet, war das Erspähen des Einstiegs zum alten Wanderweg Nr. 9, welcher teilweise ebenfalls zugewachsen war, nicht einfach.

Bei vielen schönen und blumig geschmückten Höfen in Keusching entlang der Asphaltstraße vorbei, ging es ab der Zufahrt zum Kandlerbauer wieder bergab bis ich eine scharfe Kehre der Asphaltstraße erreichte. Dort stieg ich über die Absperrung der alten Wegführung, wie im Kartenmaterial eingezeichnet, nordwärts direkt zum Tonibauern hinunter und folgte nicht der vermutlich neu errichteten Straße südwärts. Digitale Karten zeigen mittlerweile eine veränderte Wegführung des Arnoweg über den Kandler- und Feichterbauer etwas höher über dem Tal an.

Einsamer Weg nach St. Leonhard

Beim Tonibauer vorbei folgte ich einem Karrenweg weg von der Hauptstraße leicht bergauf in den Wald hinein. Ein kleines, grünes, an einem Wiesenstempen angebracht Markerl verriet nach ein paar Metern den weiteren Wanderweg Nr. 6 Richtung Wallfahrtskirche St. Leonhard. Da viele neue Forstwege den Wanderweg kreuzten und ich an diesem Tag wirklich keine Lust mehr auf „Orientierungslauf“ aufgrund der fehlenden Wegweisern und -markierungen hatte, hielt ich mich großteils an die digitale Karte auf meinem Mobiltelefon bis zur Wallfahrtskirche St. Leonhard. Nach einem kurzen Blick in die Kirche mit ihren beeindruckenden gotischen Glasfenstern, stieg ich den Wallfahrerweg nach Tamsweg ab, wo ich den Arnoweg-Abschnitt der Gras- und Nockberge ziemlich k.o. aber glücklich beendete.

Autostoppen im Lungau

Im nächstgelegenen Gasthaus fragte ich nach einem Stift und großen Karton für ein Schild zum Autostoppen. Der nur mäßig hilfsbereite Kellner gab mir zumindest einen kleinen Kellnerblockzettel, auf den ich „St. Michael“ schrieb. Nach gut 1,5 Stunden Wartezeit nahm mich schließlich eine freundliche Einheimische mit und fuhr mich sogar über ihr Ziel hinaus zur Bushhaltestelle St. Michael Au, wo ich 3 Tage zuvor mein Auto stehen ließ.

Bildergalerie

Die Bilder zu den Etappen 41 & 42

  • Arnoweg: Frühmorgens startet die Etappe am Schönfeld.
    Arnoweg: Frühmorgens startet die Etappe am Schönfeld.

Karte

Tag 27 (grün): Etappen 41 & 42 (rot)